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Hanfstecklinge Anbau: In 6 Phasen zur Ernte
Der komplette Lifecycle-Guide

Hanfstecklinge Anbau: In 6 Phasen zur Ernte

Ein erfolgreicher Grow entscheidet sich in den ersten Tagen nach der Ankunft des Stecklings. Dieser Guide führt dich durch alle sechs Phasen des Hanfstecklinge-Anbaus — von der richtigen Vorbereitung über die kritische Bewurzelung, die Vegetation, die Blüte und den Umgang mit typischen Problemen bis zur Ernte und dem Curen. Keine Floskeln, keine Allgemeinplätze: nur konkrete Zahlen, reale Fehler und bewährte Arbeitsschritte aus der Praxis.

Phasen
6
Vertiefende Artikel
18
Lesezeit
~22 Min
Fokus
Stecklinge

Worum es hier geht

Stecklinge — in der Grower-Szene auch Klone genannt — sind die schnellste und zuverlässigste Art, eine Hanfpflanze zu züchten. Du startest mit einer bereits etablierten Genetik, sparst Wochen gegenüber Samen und weißt exakt, was du bekommst — Ertrag, Aroma, Wuchsform. Der Preis für diese Abkürzung: Stecklinge sind in den ersten zehn Tagen empfindlich. Ein paar Grad zu kalt, eine falsche pH-Einstellung oder ein Substrat, das zu viel Wasser hält, und aus dem vielversprechenden Steckling wird schwarzer Stängel und brauner Blattrand.

Der Guide ist deshalb streng chronologisch aufgebaut. Du arbeitest dich Phase für Phase durch den Lifecycle, und jede Phase verweist auf ausführliche Einzelartikel, wenn du tiefer einsteigen willst. Die sechs Phasen entsprechen exakt dem, was in einem realen Grow passiert: Du richtest das Setup ein, bringst die Stecklinge zum Bewurzeln, fütterst sie durch die Vegetation, schaltest auf Blüte um, reagierst auf auftretende Probleme und erntest am Ende. Wer eine Phase überspringt oder Schritte vermengt, zahlt in der Regel mit Ertrag.

Zwei Dinge solltest du vorweg verstehen. Erstens: Stecklinge sind genetisch identisch zur Mutterpflanze. Das heißt, die Decke deines Ertrags ist bereits gesetzt — du kannst sie nur durch Fehler senken, nicht durch Glück anheben. Zweitens: Die meisten Fehler passieren nicht in der Blüte, sondern in den ersten zwei Wochen. Wenn du die Bewurzelungsphase sauber hinbekommst, ist der Rest Routine.

1
Phase 1 · Vor Tag 0

Vorbereitung

Setup, Substrat, pH und Licht — was du brauchst, bevor der Steckling überhaupt ankommt.

Zelt pro Pflanze
≥ 40×40 cm
Luftumsatz
25–30× /h
pH Ziel
5,8–6,2
Licht
100–150 PPFD

Bevor dein erster Steckling im Haus ist, muss das Setup stehen. Das klingt trivial, ist aber der häufigste Grund für gescheiterte Grows — Leute bestellen Stecklinge, improvisieren das Zelt nebenher und wundern sich, warum die Pflanzen nach einer Woche gelb werden. Ein Steckling ist eine Pflanze im Notzustand: abgeschnitten, ohne Wurzeln, mit vollen Blättern, die Wasser verdunsten, das die Pflanze nicht nachliefern kann. Dein Setup muss diesen Notzustand puffern, nicht verschärfen.

Starte mit dem Zelt. Pro adulte Pflanze brauchst du mindestens 40×40 cm Grundfläche, besser 50×50 cm, damit du in der Streckung der Blüte nicht im Weg stehst. Die Lüftung ist wichtiger als die meisten denken: Ein Aktivkohlefilter plus Abluftventilator sollte den gesamten Zeltinhalt pro Stunde 25 bis 30 Mal umwälzen. Zu wenig Luftzirkulation ist die Nummer-eins-Ursache für Mehltau in der späten Blüte, und die Weichen dafür werden in der Vorbereitung gelegt.

Das Substrat bestimmt, wie viel Fehlertoleranz du in der Bewurzelungsphase hast. Erde verzeiht Überwässerung am besten, Kokos ist neutral und pH-stabil, Steinwolle ist präziser, aber verzeiht null Fehler beim Spülen. Für deinen ersten Grow empfehlen wir hochwertige vorgedüngte Erde mit leichter Struktur — du kaufst dir damit Zeit, falls etwas schiefgeht. Der pH-Wert des Gießwassers muss zwischen 5,8 und 6,2 liegen (bei Erde leicht höher, bei Hydro niedriger). Ohne pH-Messgerät und EC-Messgerät solltest du gar nicht erst anfangen. Günstige Sticks reichen für den Start nicht — kauf ein kalibrierbares Gerät, es ist die beste 40-Euro-Investition, die du machen kannst.

Für die Bewurzelungsphase selbst brauchst du wenig Licht: 100 bis 150 µmol/m²/s PPFD reichen völlig. Volllicht verbrennt die Stecklinge, bevor sie Wurzeln haben. Eine dimmbare LED oder eine T5-Leuchtstoffröhre sind ideal. NDL-Lampen sind in dieser Phase überdimensioniert und produzieren zu viel Hitze. Die Diskussion LED vs. NDL ist eher eine Frage für die Blüte als für die Anzucht.

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Investiere in ein vernünftiges pH/EC-Messgerät, einen Aktivkohlefilter und eine dimmbare Leuchte — alles andere ist Fein-Tuning. Wer hier spart, zahlt in den folgenden Wochen mit Ertrag und Nerven.

2
Phase 2 · 7–14 Tage

Bewurzelung

Die kritischsten 10 Tage — von der Ankunft des Stecklings bis zum ersten eigenen Wurzelwerk.

Temperatur
22–26 °C
Luftfeuchtigkeit
70–80 %
Lichtzyklus
18/6
Bewurzelung sichtbar
Tag 7–10

Wenn du deine Hanfstecklinge bei LeafConnect bestellst, kommen sie bereits in einem Steinwollwürfel oder einem Jiffy-Pellet mit sichtbaren Wurzelansätzen an. Das ist der einfachste Startpunkt, den du haben kannst — du überspringst den heikelsten Teil, nämlich den frischen Schnitt, das Eintauchen in Bewurzelungshormon und das Setzen in feuchtes Substrat. Trotzdem ist die Pflanze in den ersten zehn Tagen verletzlich, weil das Wurzelwerk noch zu schwach ist, um den Wasserverbrauch der Blätter abzudecken.

Setze die Stecklinge direkt nach der Ankunft in ein Mini-Gewächshaus oder unter eine Haube mit einem transparenten Deckel. Die Luftfeuchtigkeit muss zwischen 70 und 80 Prozent liegen — darunter vertrocknen die Blätter, darüber fängt Schimmel an. Sprühe die Innenseite der Haube morgens und abends leicht ein, aber nicht die Stecklinge selbst. Die Wurzeln entstehen aus dem Stamm in der Substratzone, nicht aus den Blättern, also bringt Sprühen auf die Pflanze nichts und fördert nur Pilzbefall.

Die Temperatur muss im Substrat zwischen 22 und 26 Grad liegen. Klingt harmlos, ist aber der Punkt, an dem die meisten scheitern: Auf einem kalten Boden in einem Keller fällt die Substrattemperatur in der Nacht gerne auf 18 Grad, und bei 18 Grad hören die Wurzeln praktisch auf zu wachsen. Eine einfache Heizmatte für 20 Euro löst das Problem und verkürzt die Bewurzelungszeit spürbar. Gleichzeitig: nicht zu warm. Über 28 Grad beginnt der Steckling Stress zu zeigen, die Blätter hängen und er investiert Energie ins Überleben statt in die Wurzelbildung.

Der Lichtzyklus bleibt bei 18/6 — achtzehn Stunden Licht, sechs Stunden Dunkel. Das entspricht der Vegetation und signalisiert der Pflanze, dass sie wachsen soll, nicht blühen. Reduziere die Lichtintensität auf etwa 30 Prozent deiner Leuchte oder hänge sie doppelt so hoch wie später. Zu viel Licht in dieser Phase ist kontraproduktiv: Die Blätter photosynthetisieren mehr als die Wurzeln an Wasser nachliefern können, und der Steckling welkt. Ab Tag sieben beginnst du, die Haube für eine halbe Stunde täglich zu öffnen, um die Pflanzen abzuhärten. Ab Tag zehn, wenn du kleine weiße Wurzeln am Rand des Substrats siehst, kannst du die Haube ganz entfernen.

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22–26 °C Substrattemperatur, 70–80 % Luftfeuchtigkeit, gedimmtes Licht, und Geduld. Wenn nach Tag zehn noch keine Wurzeln sichtbar sind, arbeite dich systematisch durch die Ursachenliste — nicht einfach mehr gießen.

3
Phase 3 · 2–6 Wochen

Vegetation

Aus dem bewurzelten Steckling wird eine kräftige Pflanze — Aufbau der Struktur, die später den Ertrag trägt.

Temperatur Tag
24–28 °C
Temperatur Nacht
20–22 °C
EC
1,2–1,8
NPK
3-1-2 (hoher N)

Die Vegetationsphase beginnt, sobald die Wurzeln stark genug sind, die Pflanze eigenständig mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. In der Praxis ist das zwischen Tag zehn und Tag vierzehn nach Ankunft deines Stecklings. Ab jetzt kannst du die Lichtintensität schrittweise auf 300 bis 600 µmol PPFD steigern, das Lichtspektrum in Richtung kälteres Blau verschieben und mit dem Düngen beginnen. Die Dauer der Vegetation entscheidest du: Zwei Wochen für einen SOG-Grow (Sea of Green) mit vielen kleinen Pflanzen, vier bis sechs Wochen für wenige große Pflanzen mit Training.

Die wichtigste Kennzahl der Vegetation ist das Stickstoff-Verhältnis. Hanf verbrennt in der Veg geradezu Stickstoff — du willst ein NPK-Verhältnis um die 3-1-2, also drei Teile Stickstoff auf einen Teil Phosphor und zwei Teile Kalium. Das EC startet bei 1,2 und wandert über die Wochen auf 1,8, niemals höher, sonst brennen die Blattspitzen. Bei Bio-Düngern musst du weniger rechnen, weil die Freisetzung langsamer ist, aber auch da gilt: Pflanzen beobachten, nicht Rezepte stur abarbeiten. Helle, dunkelgrüne Blätter mit leicht nach oben zeigenden Spitzen bedeuten perfekte Ernährung. Hellgrün oder gelblich heißt zu wenig, krallenartig nach unten gebogen heißt zu viel.

Parallel zur Ernährung beginnst du mit dem Training. Topping — das Abschneiden der Hauptspitze — zwingt die Pflanze, zwei neue Haupttriebe zu bilden. Wiederholst du das, entstehen vier, dann acht, dann sechzehn Kolenspitzen, jede davon ein potenzieller Blütenstand. Low Stress Training (LST) ist sanfter und funktioniert parallel: Du bindest einzelne Triebe horizontal nach außen, öffnest das Blätterdach und sorgst dafür, dass jeder Trieb genug Licht bekommt. Mainlining und SCROG sind Fortsetzungen dieser Logik für größere Ernten auf gleicher Fläche. Die Kunst ist, nicht zu viel auf einmal zu machen — jede Training-Aktion kostet die Pflanze eine Woche Erholung, und diese Woche musst du einplanen.

Umtopfen passiert in der Regel einmal in der Vegetation: vom kleinen Anzuchttopf in den finalen Topf. Warte, bis die Wurzeln am Boden des kleineren Topfes sichtbar werden, aber nicht länger — sobald die Pflanze wurzelgebunden ist, stagniert das Wachstum. Die neue Topfgröße sollte maximal doppelt so groß sein wie die alte, nicht mehr. In einen zu großen Topf übersetzt kann die Pflanze den nicht-durchwurzelten Bereich nicht kontrollieren, und das Substrat bleibt dort zu lange nass, was Wurzelfäule einlädt.

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Stickstoff ist in der Veg dein Hauptnährstoff. Training baut Struktur, aber nur wenn du jeder Pflanze Zeit zur Erholung gibst. Umtopfen nur einmal, und nur einen Schritt größer.

4
Phase 4 · 8–12 Wochen

Blüte

Lichtumstellung, Ernährungswechsel und die Phase, in der sich der eigentliche Ertrag entscheidet.

Lichtzyklus
12/12
Luftfeuchtigkeit
45–55 %
EC
1,8–2,4
NPK
1-3-2 (hoher P/K)

Die Blüte leitest du durch eine einzige Änderung ein: Du schaltest den Lichtzyklus von 18/6 auf 12/12. Exakt zwölf Stunden Licht, exakt zwölf Stunden Dunkel — und die Dunkelphase muss wirklich dunkel sein. Ein durchdringendes LED-Standby-Lämpchen oder ein Lichtspalt im Zelt kann ausreichen, um die Pflanze zu stressen und Hermaphroditen zu produzieren. Prüfe dein Zelt, indem du nachts hineinschaust: Wenn du deine Hand vor deinem Gesicht noch erkennst, ist zu viel Licht drin.

Die ersten zwei bis drei Wochen der Blüte nennt man die Streckung. Die Pflanze verdoppelt oder sogar verdreifacht ihre Höhe — plane das im Zelt ein. Sobald die Streckung abklingt, bilden sich die ersten Pistillen, die kleinen weißen Härchen, die später zu Buds werden. Ab diesem Moment wechselst du den Dünger. Phosphor und Kalium werden zu deinen Hauptnährstoffen, der Stickstoff fährt drastisch zurück. Das richtige Verhältnis liegt bei etwa 1-3-2 NPK. Verwendest du den gleichen Dünger wie in der Vegetation, bekommst du luftige, schwache Blüten.

Die Luftfeuchtigkeit ist in der Blüte genauso wichtig wie die Ernährung. Starte bei 55 Prozent und fahre bis zur Ernte auf 45 Prozent herunter. Über 60 Prozent riskierst du Botrytis, die gefürchtete Knospenfäule, die ganze Ernten vernichtet. Die Lüftung muss jetzt volle Leistung laufen, auch wenn der Geruch dadurch schwerer zu kontrollieren ist — ein hochwertiger Aktivkohlefilter löst beides. In der Blüte herrscht zwischen den Pflanzen am meisten Konkurrenz um Licht: Nimm jede Woche die kleinen, verschatteten Untertriebe weg, das sogenannte Lollipopping. Die Pflanze steckt die freiwerdende Energie in die oberen Buds, wo das Licht wirklich hinkommt.

Die letzten zwei Wochen vor der Ernte spülst du. Spülen bedeutet, nur noch klares, pH-eingestelltes Wasser ohne Dünger zu geben. Die Pflanze zehrt die überschüssigen Salze aus dem Substrat auf, und das Endprodukt wird sauberer, weicher, aromatischer. Ungespülte Buds schmecken nach Chemie und kratzen im Hals. Bei biologischem Anbau ist Spülen weniger kritisch, weil die Nährstofffreisetzung ohnehin langsam ist, aber ein paar Tage mit reinem Wasser schaden nie.

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12/12 absolut dunkel, Phosphor-Kalium-Dünger, Luftfeuchtigkeit kontrolliert nach unten, die letzten zwei Wochen spülen. Hermaphroditen entstehen fast immer durch Lichtlecks, nicht durch Genetik.

5
Phase 5 · Durchgehend

Probleme & Schutz

Schädlinge, Krankheiten, Mangelerscheinungen — frühzeitig erkennen statt hinterherputzen.

Inspektion
Täglich 2 Min
Spritzen in Blüte
Nur Bio
Quarantäne neuer Pflanzen
7 Tage
Luft-Zirkulation
Konstant

Jede Pflanze, die du verlierst, hast du wahrscheinlich zwei Wochen früher verloren, als du es gemerkt hast. Probleme beginnen immer klein: ein paar gelbe Blattspitzen, eine Stelle mit Spinnenweben auf der Blattunterseite, ein Tropfen Harz an einer Stelle, an der kein Trichom hingehört. Deine wichtigste Aufgabe als Grower ist nicht das Düngen, sondern das Beobachten. Wer jeden Abend zwei Minuten mit einer Taschenlampe durch das Zelt geht, fängt neunzig Prozent aller Probleme in einem Stadium ab, in dem sie noch ohne Verluste zu lösen sind.

Spinnmilben sind der häufigste Schädling im Indoor-Grow. Du erkennst sie an winzigen hellen Punkten auf der Blattoberseite und an feinen Spinnweben unter den Blättern in fortgeschrittenem Stadium. Eine Raubmilben-Behandlung (Phytoseiulus persimilis) funktioniert biologisch und kann auch in der Blüte eingesetzt werden. Thripse hinterlassen silbrige Kratzspuren auf den Blättern, Trauermücken siehst du vor allem um das Substrat schwirren — sie selbst sind nicht das Problem, ihre Larven im Substrat aber schon. Gelbtafeln und Sand auf der Substratoberfläche unterbrechen ihren Lebenszyklus.

Pilzkrankheiten sind heimtückischer, weil sie im Inneren der Pflanze anfangen. Echter Mehltau erscheint als weißer Belag auf Blattoberseiten, Falscher Mehltau als gelbliche Flecken, die später braun werden. Botrytis, die Graufäule, siehst du erst, wenn du eine infizierte Bud aufbrichst und grauen Schimmel in der Mitte findest — da ist es fast immer zu spät für diese eine Cola. Prävention ist hier fast alles: niedrige Luftfeuchtigkeit in der späten Blüte, starke Zirkulation zwischen den Pflanzen, Lollipopping der unteren Triebe, Quarantäne neuer Pflanzen, bevor du sie ins Hauptzelt stellst.

Nährstoffmangel ist einfacher zu diagnostizieren als Schädlinge, wenn du die Symptomatik kennst. Stickstoffmangel zeigt sich an den älteren, unteren Blättern — sie werden gleichmäßig blassgrün bis gelb. Magnesiummangel bleicht ebenfalls alte Blätter, aber mit charakteristischer Musterung zwischen den Blattadern. Kalziummangel ist das Gegenteil: Er trifft die jungen Blätter oben und zeigt sich als verdrehte, braune Blattränder. Jedes dieser Symptome hat ein klares Erscheinungsbild, und wer es einmal gesehen hat, erkennt es wieder. Die Korrektur ist meistens eine Kombination aus pH-Anpassung (viele 'Mängel' sind in Wahrheit Blockaden durch falsches pH) und gezielter Nachdüngung.

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Tägliche Inspektion ist wichtiger als jede Düngelösung. Schädlinge früh, Pilze präventiv, Mängel systematisch behandeln. Über 80 Prozent aller 'Mängel' sind in Wahrheit pH-Blockaden.

6
Phase 6 · 2–4 Wochen

Ernte & Nachbearbeitung

Der Erntezeitpunkt entscheidet über Wirkung und Aroma, das Trocknen und Curen über die finale Qualität.

Ernte Trichome
80 % milchig
Trocknung
18–20 °C / 55 % rF
Trocknungsdauer
10–14 Tage
Curen
4+ Wochen

Der Erntezeitpunkt ist die letzte große Entscheidung in deinem Grow, und die meisten Hobbygrower ernten zu früh. Der Grund ist psychologisch: Nach zehn Wochen Blüte willst du endlich das Ergebnis sehen, und die Pistillen sind längst braun, also schneidest du. Das Problem: Pistillen sind ein ungenauer Indikator. Der verlässliche Marker sind die Trichome — die winzigen Harzdrüsen auf den Buds. Mit einer Lupe (30x Taschenmikroskop reicht) siehst du, ob sie noch klar, schon milchig-weiß oder bereits bernsteinfarben sind. Klar bedeutet zu früh, milchig bedeutet maximale Wirkung, bernsteinfarben bedeutet mehr sedierend als klar-euphorisch. Der Sweet Spot für die meisten Sorten liegt bei 80 Prozent milchig, 10 Prozent bernsteinfarben, 10 Prozent klar.

Nach dem Schnitt kommen die Pflanzen kopfüber in einen dunklen, gut belüfteten Raum bei 18 bis 20 Grad Celsius und 55 Prozent Luftfeuchtigkeit. Diese Werte sind kein Vorschlag, sondern ein Fenster, außerhalb dessen du Qualität verlierst. Zu warm und die Terpene verdampfen, zu trocken und die Buds werden zu schnell knusprig, was das spätere Curen unmöglich macht. Zu feucht und du hast Schimmel. Nach zehn bis vierzehn Tagen brechen die kleinen Äste, wenn du sie biegst — das ist dein Signal für die nächste Phase.

Das Curen ist der Schritt, den die meisten unterschätzen. Du packst die getrockneten Buds in luftdichte Glasbehälter, füllst sie zu etwa zwei Dritteln und lagerst sie dunkel bei Raumtemperatur. In den ersten zwei Wochen öffnest du die Gläser täglich für fünf bis zehn Minuten (Burping). Die Feuchtigkeit gleicht sich aus: Die inneren, feuchteren Bereiche der Buds geben Wasser ab, die äußeren saugen es wieder auf. Ein Hygrometer im Glas sollte zwischen 58 und 62 Prozent anzeigen — Boveda-Packs oder Integra-Packs stabilisieren das automatisch. Nach vier Wochen Curen schmeckt die gleiche Bud doppelt so gut wie direkt nach dem Trocknen, und das Rauchverhalten wird spürbar weicher. Wer nach zwei Tagen ungeduldig den ersten Joint dreht, wirft einen Großteil der Arbeit der letzten drei Monate weg.

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Ernte nach Trichomen, nicht nach Pistillen. Trocknen bei 18–20 °C / 55 % Luftfeuchtigkeit. Curen ist kein optionaler Schritt — vier Wochen sind das Minimum für Qualität, die den Grow rechtfertigt.

Häufige Fragen

Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten von Grower-Einsteigern gestellt werden.

Vom Eintreffen des Stecklings bis zum fertig gecurten Bud rechnest du mit etwa 14 bis 20 Wochen: 1-2 Wochen Bewurzelung, 2-6 Wochen Vegetation, 8-12 Wochen Blüte, 2-4 Wochen Trocknung und Curen.

Stecklinge sparen dir gegenüber Samen etwa 2-3 Wochen, weil du die Keimung und die erste Wachstumsphase überspringst.

Für frisch geschnittene Stecklinge ohne Wurzeln ja, unbedingt.

Die Haube hält die Luftfeuchtigkeit bei den notwendigen 70-80 %.

Stecklinge, die bereits mit Wurzelansätzen geliefert werden (wie die von LeafConnect), kommen auch ohne Haube klar, wenn die Raumluftfeuchtigkeit über 60 % liegt.

Im Zweifel nimm die Haube — sie schadet nie, aber ihr Fehlen kann einen Steckling kosten.

Hochwertige, vorgedüngte Bio-Erde mit lockerer Struktur.

Sie verzeiht Überwässerung am besten, liefert in der Vegetation fast von alleine genug Nährstoffe und erfordert kein tägliches pH-Monitoring wie Hydro oder Kokos.

Für einen zweiten oder dritten Grow lohnt sich der Wechsel zu Kokos, wenn du mehr Kontrolle und schnelleres Wachstum willst.

Die Erstausstattung für ein 60x60-Zelt mit LED, Filter, Töpfen, Substrat, Dünger, Messgeräten und Timer liegt bei etwa 400-600 Euro.

Das zahlst du einmal.

Pro Grow-Zyklus kommen dann 30-50 Euro für Strom, Dünger, neue Erde und Verbrauchsmaterial dazu.

Der Steckling selbst kostet zwischen 15 und 25 Euro.

Ab dem zweiten Grow amortisiert sich die Ausstattung schnell, weil du nichts mehr neu kaufen musst.

Die drei häufigsten Ursachen sind zu kalte Substrattemperatur (unter 22 °C), zu niedrige Luftfeuchtigkeit (unter 65 %) und Überwässerung.

Eine Heizmatte und ein Mini-Gewächshaus lösen die ersten beiden Probleme, und beim Gießen gilt: Das Substrat sollte feucht sein, niemals nass.

Wenn du die Stecklinge bei kühler Raumluft ohne Haube und ohne Bodenheizung betreibst, sind Probleme fast garantiert.

Technisch ja, aber in der Praxis bewurzeln Stecklinge in kleinen Anzuchttöpfen deutlich schneller und zuverlässiger.

Der Grund: In einem großen Topf bleibt das nicht-durchwurzelte Substrat zu lange nass, was Wurzelfäule begünstigt.

Starte in einem 0,5- bis 1-Liter-Topf, topfe nach etwa zwei Wochen in den finalen Topf um.

Die verlorene Woche holst du durch kräftigeres Wurzelwachstum mehrfach wieder ein.

Bereit für deinen eigenen Grow?

Mit hochwertigen Hanfstecklingen startest du ohne das Risiko der Keimung und mit genetisch stabilen Pflanzen. Unsere Stecklinge kommen bereits bewurzelt und bereit für deine Vegetationsphase.

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THC Stecklinge

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THC 30%Indica-dominant
Flowering Time: 10 wksMittel
12,00 €incl. VAT
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THC Stecklinge

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THC 20-24%Sativa-dominant
Flowering Time: 8 wksBeginner Friendly
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THC 22%Hybrid
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Quellen

  1. 1.Jorge Cervantes – „Marijuana Horticulture: The Indoor/Outdoor Medical Grower's Bible", 2006
  2. 2.Ed Rosenthal – „Marijuana Grower's Handbook", 2010
  3. 3.Robert Clarke – „Marijuana Botany: An Advanced Study", 1981
  4. 4.Deutsche Cannabisforschung (BfArM) – „Cannabis als Medizin: Begleiterhebung", 2022
  5. 5.International Association for Cannabinoid Medicines (IACM) – Grow Science Working Papers, 2023